Trier versteht keinen Spaß mehr

Fünf bis sechs Millionen Menschen sitzen heute Abend wieder vor dem Bildschirm und sehen sich den Fernsehklassiker „Verstehen Sie Spaß?“ an (20.15 Uhr, ARD). Er kommt aus der Arena Trier. Zum letzten Mal. Die Sendung wird es weiter geben, aber sie zieht nicht mehr durch verschiedene Städte. Es war gestern im TV-Interview mit Moderator Guido Cantz zu lesen: Der SWR sucht eine feste „Verstehen-Sie-Spaß?“-Halle, aus der dann alle Sendungen im Laufe eines Jahres ausgestrahlt werden. Für Trier und die anderen Städte ist das ausgesprochen bitter. Denn auch, wenn es nur einmal im Jahr war, so war das Millionenpublikum doch eine gute Chance, für Trier zu werben. Guildo war schon in Sketch-Filmen vor der Porta zu sehen, vergangenes Jahr gab es einen „Live-Streich“ aus dem Trierer Landesmuseum – echte Imagewerbung also für die Stadt. Fünf Millionen Positiv-Kontakte, über die man sich als Tourismus-Experte in Trier sicherlich gefreut hat, sind künftig Geschichte. Schade drum.

Großes Geläut der Schieferkathedrale

Für Weinexperten ist Trier in diesen Tagen wieder der Nabel der Welt. Gestern schon lud der BernkastelerRing zur Weinversteigerung mehr dazu auf Seite 16), heute ist es der dem Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) angehörende Große Ring aus Spitzenweingütern von Mosel, Saar und Ruwer (Vorprobe von 9 bis 11 Uhr, Versteigerung ab 13 Uhr in der Europäischen Kunstakadamie). Das verregnete Weinjahr 2013 war kein besonders gutes. Doch offenbar haben gerade die von Mosel, Saar und Ruwer stammenden Winzer trotzdem noch das Beste aus den widrigen Bedingungen gemacht. Die Weinexperten der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung jedenfalls, die kürzlich die „Großen Gewächse“ des VDP getestet haben, verreißen jede Menge Weine aus der Pfalz, dem Rheingau und Rheinhessen regelrecht, loben die Weine von der Mosel aber hymnisch. „Wie durch ein Wunder“ habe die Mosel „das große Geläut der Schieferkathedrale geliefert“, schreiben die Kollegen. Was für ein Lob – das sich dann auch in den zu erzielenden Preisen heute widerspiegeln wird.

Heute wird für die Bürger geblitzt

Wenn es heute wieder blitzt, dann ist es kein Gewitter, sondern die Polizei. Die hat einen 24-Stunden-Blitz-Marathon angekündigt. Wer jetzt wieder über Abzocke der Polizei schimpfen will, sollte sich das aber gut überlegen. Erstens werden die Standorte angekündigt – jeder hat es also selbst in der Hand, ob er hinterher zahlen muss oder nicht. (Die Standorte finden sich hier.)Und außerdem hat sich die Polizei die Standorte nicht willkürlich ausgedacht, sondern die Bürger durfen Standorte benennen. Letztlich genau das, was viele Bürger immer fordern. In der Stadt Trier ist das politisch nach wie vor ein Streitthema. Würde die Stadt die kommunale Geschwindigkeitsüberwachung übernehmen, hätte sie selbst auch die Hoheit über die Standorte und könnte die Kontrollen dorthin schicken, wo Bürger über zu viele Raser in Wohngebieten oder vor Schule und Kindergärten klagen – argumentieren jedenfalls die Befürworter. Im Stadtrat gab es dazu dennoch keinen positiven Beschluss – aber bei einem Versuch im Stadtrat werden die Befürworter es sicher nicht belassen.

Der neue LOSta offiziell im Amt

Peter Fritzen sagt, es sei schön, wieder in der Heimat zu sein. Heute (15 Uhr, Kurfürstliches Palais) wird er in dieser Heimat, als die er die Stadt Trier bezeichnet hat, in sein Amt eingeführt, das des Leitenden Oberstaatsanwalts. Im Behördenjargon nennt sich der etwas sperrige Titel kurz LOSta. Fritzen, gebürtig aus Lieser an der Mosel, ist in Trier aufgewachsen und war auch schon von 1995 bis 2006 als Staatsanwalt bei der Trierer Behörde beschäftigt (der TV berichtete). Stationen in Koblenz und im Justizministerium in Mainz folgten. Zwar ist er schon seit einiger Zeit in Trier und führt die Geschäfte, offiziell führt ihn Justizminister Hartloff aber erst heute ins Amt ein. Man darf gespannt sein, ob Fritzens Heimat tatsächlich die letzte Station seiner Karriere sein wird. Sein Vorgänger in Trier, Jürgen Brauer, wechselt bekanntlich als Generalstaatsanwalt nach Koblenz. Dort war Fritzen zuletzt stellvertretender Behördenleiter.

Die Großregion kommuniziert

Totgesagt wurde sie ja schon häufiger, aber sie zappelt wohl noch: die Großregion. Für viele Menschen ist das Gebilde, das neben Luxemburg, Teilen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland auch Lothringen und die Wallonie umfasst, doch ein etwas zu sehr abstraktes Konstrukt. Dennoch taucht ab und an mal wieder ein Projekt auf, bei dem länderübergreifend zusammen agiert wird. Heute beispielsweise stellt der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz ein solches in Trier vor (Pressekonferenz um 16 Uhr im Park Plaza Hotel): Mit Mitteln aus dem Interreg Programm der EU soll das wachsende Angebot des Öffentlichen Personen Nahverkehrs innerhalb der Großregion besser bekannt gemacht werden. Nötig ist es offenbar: Von den 200000 täglichen Grenzpendlern in der Großregion nutzen nach Angaben des Ministeriums gerademal 30000 den ÖPNV. Bessere Kommunikation kann da vermutlich ebensowenig schaden, wie eine Verbesserung des Angebots.

Spannende Ergebnisse

Planungscafe – so nannte die Stadtverwaltung eine für Trier recht neue Form der Bürgerbeteiligung, die sie im Februar im Gartenfeld, also in Trier-Ost, ausprobierte. Die Anwohner dort verlangen seit Jahren, dass sich in Sachen Durchgangsverkehr und Anwohnerparken etwas tut. Statt nun ein Konzept allein in der Verwaltung zu entwickeln, beauftragte die Verwaltung eine Verkehrsstudie. Über Ergebnisse und Konsequenzen wurde mit den Bürgern diskutiert. Heute nun (18 Uhr, Pfarrsaal St. Agritius) wird den Bürgern vorstellt, was das Planungsbüro als Ergebnis an Vorschlägen erarbeitet hat. Erneut dürfen die Bürger mitreden, ehe dann ein Konzept den politischen Gremien vorgelegt wird. Natürlich wird das Konzept nicht alle Wünsche von allen erfüllen können. Und natürlich muss beispielsweise der Stadtrat ja auch den Blick weiten und nicht nur auf die Bedürfnisse der Anwohner, sondern aufs gesamtstädtische Interesse blicken. Trotzdem dürfte das Ergebnis dieses Planungsprozesses besonders interessant sein – denn so eine enge Bürgerbeteiligung hat es noch selten gegeben.

Es bleibt bei zwei Triererinnen

Eins ist schon mal sicher, und das sind zwei Kronen. Die gehen heute Abend ganz bestimmt an Kandidatinnen aus der Region Trier. Denn von den fünf jungen Damen, die sich fürs Amt der Moselweinkönigin bewerben, stammen vier aus Weinbaubetrieben aus der Region Trier, die fünfte (Lisa Dieterichs) kommt aus dem Kreis Cochem-Zell. Die Wahl findet wieder in Trier statt (20 Uhr, Europahalle). Die Triererinnen Anne Oberbillig, die das Amt vor 14 Jahren innehatte, und Bernarda Rath (1951/52) werden aber erst mal keine Gesellschaft einer dritten Trierer Moselweinkönigin bekommen, denn es gibt aus der Moselstadt keine Kandidatin. Friederiecke Welter aus Wincheringen, Raphaela Rausch aus Konz-Obermennig, Anna Burg aus Longuich-Kirsch und Sitta Piedmont aus Konz-Filzen wollen Moselweinkönigin oder zumindest Weinprinzessin werden – und dann die Winzer und das Anbaugebiet ein Jahr lang in aller Welt repräsentieren.

Acht Neue treten heute an

Margret Pfeiffer-Erdel, Theo Wolber, Jürgen Plunien, Thiébaut Puel, Christoph Schnorpfeil, Andreas Kratz, Christian Bösen und Werner Gorges. Das sind die Neuen. Die Rede ist von den Ortsvorstehern in Trier. Die acht Genannten sind bei der Kommunalwahl im Mai erstmals in ihre Ämter gekommen, während elf weitere Ortsvorsteher im Amt blieben. Heute (17 Uhr, Viehmarktthermen) werden die alten und die neuen Ortsvorsterher offiziell von Oberbürgermeister Klaus Jensen in ihre Ämter eingeführt. Ganz „neu“ sind die Neuen freilich alle nicht, denn es handelt sich durchweg um erfahrene Kommunalpolitiker, die teils schon seit Jahrzehnten in verschiedenen Gremien mitgearbeitet haben. Das gilt auch für die acht ehemaligen Ortsvorsteher, die bei diesem Anlass verabschiedet werden. Teils gingen sie freiwillig, teils wurden sie abgewählt. Auf jeden Fall gibt es aufgrund ihrer Ehrenämter wohl genug Grund für den OB, im Namen der Bürger Danke zu sagen.

Großer Tag für neue Gesellen

Für viele Erstklässler war gestern der große Tag: Ausbildungsbeginn fürs weitere Leben. Für 143 junge Leute ist heute dagegen offizielles Ausbildungsende: Sie erhalten bei der großen Lossprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Trier-Saarburg (18 Uhr, Arena Trier) ihre Gesellenbriefe. Schornsteigerfeger, Elektriker, KFZ-Mechaniker, Fahrzeuglackierer, Raumausstatter oder Feinmechaniker – bei der Lossprechung ist ein breites Spektrum vertreten. Für die jungen Leute ist die Feier nach drei oder dreieinhalb Jahren Ausbildung ein großer Tag, da wird sich richtig in Schale geschmissen. Vor allem die Zimmerleute in ihrer traditionellen Tracht machen das vor – und sie verabschieden ihre Gesellen auch noch mit einem feierlichen Spruch und einem Schluck Wein aus dem Willkomm-Becher. Bei einem Schluck wird’s nicht bleiben. Anschließend feiern die Gesellen den großen Tag noch kräftig weiter.

Ein Quartett mit Nachtgedanken

Ein Abend, sechs Euro, vier Museen. Das ist, in Kurzform, die Nacht der Museen am kommenden Samstag, 13. September. Zum achten Mal öffnen die vier Trierer Häuser Museum am Dom, Stadtmuseum Simeonstift, Karl-Marx-Haus und Landesmuseum Trier ihre Pforten am Abend von 18 bis 24 Uhr. Spezialführungen, Musik, Essen und Trinken – wer will, kann die Museumsnächte zu kulturellen nächtlichen Höhepunkten werden lassen.
Ein Angebot, das zieht: 5300 Besucher kamen vergangenes Jahr. Drei der Museen wiederholten die nächtliche Öffnung sogar mit einer Nacht der Heiligen am 31. Oktober.
Wie wichtig den vier Trierer Häusern die Zusammenarbeit ist, zeigt die Besetzung der heutigen Pressekonferenz zu diesem Thema (10 Uhr, Museum am Dom). Die Chefs aller Museen werden dabei sein, und sie wollen neue musikalische und kulinarische Glanzpunkte des Programms vom Samstag vorstellen. Man darf gespannt sein.