Kleine Krimis und große Helden

Diana Ketter aus Bengel (Kreis Bernkastel-Wittlich) bemerkt im September 2014 bei einer Autofahrt eine merkwürdig fahrende Frau auf der B 49. Sie überholt das Auto und bringt die Fahrerin dazu, anzuhalten. Keine Schikane, sondern wertvolle Aufmerksamkeit. Die Frau am Steuer, so stellt sich heraus, hat 3,21 Promille Alkohol im Blut. Diana Ketter hat Zivilcourage gezeigt, die Weiterfahrt verhindert und damit vielleicht auch einen schweren Unfall. Im vergangenen Jahr wurde sie deshalb vom Polizeipräsidium und vom Trierer Oberbürgermeister mit dem Zivilcourage-Preis ausgezeichnet. Sie war eine von 21 Preisträgern. Das, wofür sie ausgezeichnet wurden, liest sich manchmal wie ein Krimi, manchmal wie eine echte Heldentat, oft aber auch nur wie eine selbstverständliche Aufmerksamkeit für die Mitmenschen. Auch heute gibt es wieder solche Geschichten zu erzählen, denn Polizeipräsident Lothar Schömann und Oberbürgermeister Klaus Jensen nehmen die Auszeichnungen für 2015 vor (18 Uhr im großen Rathaussaal).

Tempo 30 und bröckelnde Brücken

Mit zwei Themen ihres Dezernatsausschusses (Beginn  um 17 Uhr, Konferenzraum Steipe im Rathaus) dürfte Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani heute wieder für Gesprächsstoff in der Stadt sorgen: Einmal geht es im öffentlichen Teil um die Umsetzung von Tempo-30-Zonen im Stadtgebiet. Tempo-30-Zonen sind bekanntlich jene verkehrsberuhigten Bereiche, die gerne jeder vor seiner Haustür hätte, an die sich aber kaum jemand hält, wenn sie nicht vor seiner Haustür liegen.
Außerdem geht es um einen Sachstandsbericht zum Zustand der Bauwerke im öffentlichen Verkehrsraum und zur Bauwerksunterhaltung in der Stadt Trier. Um die öffentlichen Bauwerke ist es bekanntlich nicht zum Besten bestellt. Brücken bröckeln, Hallendecken fallen runter, Straßen sind mit Schlaglöchern übersäht.
Das alles kann man freilich nicht der aktuellen Baudezernentin allein anlasten, sondern ihren Amtsvorgängern ebenso wie den Stadtratsmitgliedern und ihren Vorgängern – die schließlich die Entscheidung über Investitionen zu treffen hatten, und offenbar den Erhalt von Infrastruktur nicht immer genügend in den Blick genommen haben.

Alltagsrassissmus wird zu Gewalt

Der 4. Juli 2014 in Trier. Deutschland schlägt Frankreich im WM-Viertelfinale mit 1:0. Vielen Trierern wird dieser Tag als einer der tollen WM-Spieltage in Erinnerung bleiben, bei denen sie auf der Straße beim Public Viewing mit Tausenden anderer Menschen zusammen gebangt, gezittert und gefeiert haben. Für einen jungen Mann aus Trier ist der 4. Juli dagegen ein schrecklicher Tag. Der Tag, an dem der Afrodeutsche erlebt, wie Alltagsrassismus in echte Gewalt umschlägt. Der Mann, der seit seiner Kindheit in Deutschland lebt, trägt bei der WM selbstverständlich ein Deuschlandtrikot, jubelt mit Jogis Jungs. Wohl deshalb wird er später bei einer Gartenparty Opfer eines Schlägers. Er wird schwer verletzt, muss ins Krankenhaus. Die seelischen Verletzungen, die er dabei erleidet, wirken noch lange nach. Heute wird sein Fall vor dem Amtsgericht in Trier verhandelt.

Für Hobbygärtner ein Muss-Termin

Zum Aussäen oder Pflanzen im Garten ist es zwar noch deutlich zu früh, aber für viele Hobbygärtner ist jetzt die Zeit, in der sie sich gedanklich aufs Frühjahr und die Gartensaison einstellen. Jetzt wird geplant, was in diesem Jahr wohin kommt. Oder es wird das eine oder andere Pflänzchen sogar schon selbst auf der Fensterbank vorgezogen. Wer zu den Gartenliebhabern gehört, die sich solcherlei Mühe machen, für den gibt es am Wochenende einen Muss-Termin, der erstmals in Trier veranstaltet wird. Der Verein Transition Trier lädt am Sonntag (13 bis 17 Uhr) in die Tufa zur Saatgutbörse ein. Dort bieten verschiedene regionale Produzenten ihr Saatgut an, darunter auch solches von regionalen und alten Gemüsesorten, Kräutern und Blumen. Daneben können Besucher auch selbstgeernetes Saatgut tauschen. Es gibt Vorträge und Filme rund um das Gartenthema, ein Kinderprogramm und Kaffee und Kuchen, der Eintritt ist frei. Der Verein Transition setzt sich für die Stärkung von Nachbarschaft und Gemeinschaft und den Ausbau handwerklicher und gärtnerischer Fähigkeiten ein. Dazu veranstaltete er bisher schon Pflanzentauschmärkte – die Saatgutbörse ist der nächste konsequente Schritt.

Bestimmt nicht der letzte Minister

Als CDU-Vorsitzender des Stadtverbandes Trier wird er zwar demnächst ausscheiden, als Bundestagsabgeordneter bleibt er der Region aber erhalten: Bernhard Kaster. Damit dürfte dafür gesorgt sein, dass die CDU auch ohne ihn an vorderster Front in den kommenden Jahren ähnlich viel Besuch von Bundesprominenz bekommt wie in den vergangenen Jahren. Selbst in Nicht-Wahljahren hat Kaster die CDU-Mitglieder von Stadt- und Kreisverband am politischen Aschermittwoch immer mit Hochkarätern aus Berlin erfreut. Ein paar Beispiele: 2014 war Ex-Minister Heiner Geißler in Trier, 2013 der damalige Umweltminister Peter Altmaier, 2012 Finanzminister Wolfgang Schäuble. Der nächste Minister ist heute Abend zu Gast: Hermann Gröhe, Bundesgesundheitsminister. Er spricht um 19 Uhr in der Arena. Der Gesundheitsminister zu Gast in Trier – das ist sicher kein Schaden in einer Stadt, die gerade einen neuen Studiengang Pflegewissenschaften bekommen hat und in der rund 7000 Menschen im Gesundheitswesen arbeiten.

Versprochen, nur eine Ausnahme

Aus gegebenem Anlass:

Es hilft ja nix, an ernsten Themen
kann man heute gar nichts nehmen.
Mancher kriegt ja nicht genug
von Fastnacht und vom Montagszug.
Da gibt’s in Trier heut viel zu sehen,
denn beim Zug da sollen gehen
hundertelf Gruppen und Wagen.
Bleibt uns wirklich nur sagen:
Feiert schön, sauft nicht zuviel!
Das ist ja wirklich nicht das Ziel.
Schmeisst lieber auf die Schnelle
viel Schoko und auch viel Kamelle.
Knutscht euren Freund, küsst eure Frau,
brüllt „Kölle Alaaf!“ oder„Trier Helau!“
Und schunkelt euch so richtig weg
– das ist der wahre Fastnachtszweck.
Und nächstes Jahr, ganz fest versprochen,
wird von mir kein Reim verbrochen.
Dann bin ich selbst beim Zug dabei
und nehm mir über Fastnacht frei.

Kurz verschnaufen, weiter geht’s

Durchschnaufen für den Straßenkarneval – aber nur kurz. Nach dem gelungenen Weiberdonnerstag war am Freitag zumindest in Trier Straßenkarnevalspause angesagt. Heute geht die Narretei aber in die nächste Runde: Insgesamt rund 1600 Narren werden am Abend bei den abschließenden Sitzungen des Rosa Karnevals und des Heuschrecks Party machen, den größten Karnevalsveranstaltungen in der Stadt. Und sicher mindestens ebenso viele Narren wird es auf die Straße nach Euren ziehen, wo der Nachtumzug 2014 eine erfolgreiche Premiere hatte. Wem das nicht reicht, der kann in den Landkreis ausweichen: Allein heute Abend schwärmen die TV-Reporter zu 20 Sitzungen und Umzügen aus.

PS: Nachtrag zur gestrigen Kolumne an dieser Stelle: Der Heuschreck darf aufatmen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer, seit 2014 Heuschreck-Senatorin, lässt sich den Besuch der Sitzung nicht nehmen. Sie ist heute Abend in der Europahalle im närrischen Publikum.

Zwischen Exzess und Schunkeln

Das wird ein spannender Tag heute, ganz im Zeichen einer Frage: Wird es ein friedlicher, karnevalistischer Weiberdonnerstag in Trier oder wird es ein katastrophenähnlicher Freiluft-Sauftag? Ersteres wünschen sich die Trierer Narren, Letzteres befürchten Polizei, Stadtverwaltung und Jugendschützer. Ersteres, den friedlichen Weiberdonnerstag, gab es im vergangenen Jahr – allerdings mit Alkoholverbot in der Innenstadt und einem Narrenkäfig auf dem Hauptmarkt, in dem auch mit Promille gefeiert werden durfte. Letzteres, das öffentliche Gelage, sorgte 2012 mit zahllosen jugendlichen Alkoholgeschädigten für Schlagzeilen. Schlagzeilen, die sicher niemand weder den betroffenen Jugendlichen noch den Trierer Narren noch einmal wünscht. Ebensowenig wie eine neue, jahrelange „Narrenkäfig“-Debatte. Man kann also nur darauf hoffen, dass alle, die feiern gehen, verantwortungsvoll Party machen. Soweit das mit einigen Promille im Blut überhaupt noch machbar ist …

Die Promis und der Karneval

Der Trierer Oberbürgermeister Klaus Jensen ist ja ein begeisterter Karnevalist. Wenn so wie gestern das Rathaus gestürmt wird, steckt er sich richtig gerne ins Kostüm und fühlt sich darin sichtlich wohl. Heute Abend hat Jensen Gelegenheit, die bekannteste Karnevalssitzung live mitzuerleben: Gemeinsam mit seiner Frau, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, nimmt er an „Mainz bleibt Mainz“ teil (20.15 Uhr, ARD). Diverse Landesministerinnen und Dreyers baden-württembergischer Amtskollege Winfried Kretschmann werden zu den Tischnachbarn der Trierer gehören. Oppositionsführerin Julia Klöckner sitzt an einem anderen Tisch. Auch die CDU-Politikerin hat eine Reihe bekannter Gäste aus ihrer Partei im Schlepptau, Gesundheitsminister Hermann Gröhe etwa, aber auch lokale Prominenz: Der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz ist in Mainz mit von der Partie. In Trier selbst haben sich die Landespromis auch schon sehen lassen. Dreyer etwa feierte bei der Rosa Sitzung am vergangenen Wochenende sogar ihren Geburtstag. Und Julia Klöckner war schon beim traditionsreichen Heuschreck zu Gast – bei dem man sich derweil fragt, ob Neu-Senatorin Dreyer (seit 2014) sich auch noch sehen lässt – die letzte Chance gibt es am Samstag. 13

Zukunftsplan sorgt für Debatten

Der Flächennutzungsplan (FNP) der Stadt Trier ist wahrhaft ein Mammutwerk. Er legt – wenn er denn mal endgültig beschlossen ist – fest, auf welchen Flächen ihrer 117 Quadratkilometer sich die Stadt in welche Richtung entwickeln darf: Wo gibt es Wohngebiete? Wo sind Flächen für Gewerbe? Welche Teile der Landschaft bleiben auch künftig unberührt? Das sind Fragen, die darin beantwortet werden und an die sich der Stadtrat und künftige Stadträte bei ihren konkreten Bebauungsplänen halten müssen. Bisher hat der FNP vor allem in Mariahof und in Zewen für Aufregung gesorgt, neue Baugebiete im Stadtteil oder unmittelbar daran angrenzend sind hier längst nicht allen Bürgern willkommen. Heute reden gleich acht Ortsbeiräte über die Offenlage des Plans. Gut möglich, dass dabei oder in nächster Zeit noch weitere Konfliktherde auftauchen. Denn oft merken die Bürger erst mit etwas Verzögerung, dass sie von Festlegungen des FNP betroffen sind.