Auch das Gewerbe braucht noch Platz

Trier braucht dringend Platz für neue Wohngebiete – das spiegelt sich im Flächennutzungsplan, dessen Fortschreibung derzeit heftig in der Stadt diskutiert wird. Trier braucht aber auch – und das schon seit Jahren – weitere Flächen für Gewerbebetriebe. Würde das bekannte schwedische Möbelhaus derzeit beim Rathaus nach Flächen für einen Standort in Trier fragen – Wirtschaftsdezernent Thomas Egger müsste mit den Schultern zucken. Daran wird auch der heutige Termin in Trier-Irsch wenig ändern, aber immerhin: Es entstehen bessere Bedingungen für Gewerbebetriebe. Im Gewerbegebiet BI 6, am Rand des Tarforster Plateaus, wird heute (12.30 Uhr) der Spatenstich für den Ausbau der Erschließungsstraße Langwies vollzogen, die derzeit noch eine provisorische Baustraße ist. 27000 Quadratmeter in dem 42000 Quadratmeter großen Gebiet sind schon bebaut oder verkauft, kleinere und mittlere Gewerbebetriebe und Handwerker sind hier angesiedelt. Da die Nachfrage da ist, dürfte es nicht lange dauern, bis auch die restlichen Flächen weg sind.

Wie Flüchtlinge wirklich leben

Vor allem in diversen Internet-Netzwerken gibt es eine regelrechte Wut- und Hasswelle immer dann, wenn über Flüchtlinge in Deutschland berichtet wird. Auch auf der Volksfreund-Facebook-Seite ist die Redaktion regelmäßig damit beschäftigt, fremdenfeindliche oder rassistische Kommentare zu entfernen. „Pack“ seien die Asylbewerber, ist dann zu lesen, die unsere Sozialsysteme ausnutzten und es sich bei uns gut gehen ließen. Wer sich einmal vor Ort ansieht, wie die Flüchtlinge tatsächlich untergebracht sind, wie sie leben, welche Lebensgeschichten hinter jedem einzelnen Schicksal stecken, der kann über solche Kommentare nur entsetzt den Kopf schütteln. Vielen dieser Kommentatoren möchte man eine Veranstaltung heute in Trier geradezu als Pflichtprogramm empfehlen: Andreas Flämig ist ein langjähriger Mitarbeiter der Caritas in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Trier. Er bietet um 10 Uhr (Treffen am Parkplatz in der Dasbachstraße 19) einen ganz besonderen Stadtrundgang an. Er zeigt den Teilnehmern einer Führung, wie Flüchtlinge die Stadt erleben und wie sie in der Stadt leben. Ein Stadtrundgang, zwischen Bahnhof, Gesundheitsamt und Aufnahmeeinrichtung, der einige Vorurteile stark relativieren dürfte.

Helfen wird sich künftig lohnen

Die Linksfraktion hatte sich der Stimme enthalten, weil der Partei das Ganze nicht weit genug ging – aber alle anderen Stadtratsfraktionen waren dafür: Trier bekommt eine Ehrenamtskarte. Das hat der Stadtrat vergangene Woche beschlossen. Mit solch einer Karte wird das ehrenamtliche Engagement gewürdigt und unterstützt bei all jenen, die sich mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr in der Stadt Trier ehrenamtlich engagieren und dafür keine pauschale finanzielle Entschädigung erhalten.
Fürs Ehrenamt gibt es mit der Karte Vergünstigungen, beispielsweise beim Besuch im Landesmuseum in Trier. Aber auch in anderen Einrichtungen in ganz Rheinland-Pfalz. Damit das wirksam wird, muss OB Klaus Jensen – als eine seiner letzten Amtshandlungen – heute noch eine Kooperationsvereinbarung mit dem Land unterzeichnen (10 Uhr im Rathaus). Die andere Unterschrift leistet Clemens Hoch, Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei.

Beste Lage – seit 1700 Jahren

Was bei den Römern galt, gilt heute noch immer: Die Weberbach (die bei den Römern freilich noch nicht so hieß) ist so etwas wie ein Filetstückchen in der Stadt. Eine Toplage, citynah und doch noch halbwegs ruhig. Zur Römerzeit standen hier in bester Lage zwischen Kaiserthermen und dem römischen Forum Häuser mit prächtiger Ausstattung, die später dem Palastbezirk Kaiser Konstantins weichen mussten. Derzeit wird das Areal von den Forschern des Landesmuseums genau unter die Lupe genommen, denn die dürfen auf einem 1800-Quadratmeter-Grundstück in der Erde wühlen. Schon im vergangenen Herbst berichteten die Archäologen von einer ganzen Reihe spannender Funde aus der Frühzeit der Römerstadt. Heute nun geben sie einen erneuten Zwischenstand direkt vor Ort (Pressekonferenz um 11 Uhr). Noch bis zum Herbst darf gegraben werden, dann machen sich Stadtwerke und Immobilienentwickler GBT daran, dort ihr „Domizil an den Kaiserthermen“ hochzuziehen (33 Wohnungen plus Geschäfte samt Tiefgarage) – was dann auch wieder ein Filetstückchen auf dem Immobilienmarkt sein dürfte.

Was für ein Theater!

Gleich zwei bedeutende Theaterpremieren gibt es heute in der Stadt. Die eine, schon mehrfach auf der TV-Kulturseite2121 beschrieben, ist sozusagen die Abschiedsvorstellung des scheidenden Theater-Intendanten Gerhard Weber: Er hat das Musical „Der Mann von La Mancha“ inszeniert, das heute (19.30 Uhr) im Großen Haus Premiere hat. Die andere Premiere spielt auf einer deutlich kleineren Bühne, hat dem Mann von La Mancha aber etwas voraus: Sie ist ausverkauft. Und zwar nicht nur heute, sondern für sämtliche zehn Vorstellungen. Das schafft in Trier nur eine Gruppe: Das kleine Volkstheater. „Gruusel oan doa Muusel“ heißt der Zweiakter von Birgit und Helmut Leiendecker, der heute im Römersprudel erstmals auf die Bühne kommt. Für alle, die des Moselfränkischen halbwegs mächtig, ist das ein Muss-Termin. Die Karten für die ersten zehn Vorstellungen waren innerhalb eines Tages weg – weitere Termine werden Ende April bekannt gegeben.

Seine letzte „normale“ Sitzung

Wieder so ein besonderer Tag für Klaus Jensen, einer der Tage mit einem „zum letzten Mal“. Zum letzten Mal leitet er eine „normale“ Stadtratssitzung. Zwar gibt es eine weitere Sitzung mit ihm am kommenden Dienstag – aber deren einziger Tagesordnungspunkt ist die feierliche Vereidigung seines Nachfolgers Wolfram Leibe. Heute also die Sitzung mit 44 Tagesordnungspunkten und vorab noch eine Demo vor dem Rathaus. Die Bewohner von Mariahof und Brubacher Hof protestieren gegen die Ausweisung eines Wohngebietes vor ihrer Haustür im Flächennutzungsplan – dessen Offenlegung auf der Tagesordnung steht und für Diskussionen sorgen wird. Die dürfte es auch bei der Standortdiskussion für den Neubau der Hauptfeuerwache geben, während ein großer Teil der Tagesordnungspunkte wohl ohne viel Federlesens durchgewunken wird. Ein besonderer Tag ist die heutige Sitzung übrigens auch für den neuen Trierer Baudezernenten Andreas Ludwig. Er wird schon heute vereidigt und in sein Amt eingeführt, auch wenn die Amtszeit von Simone Kaes-Torchiani erst am 30. April endet.

Die Stadt zeigt Mitgefühl

Bei vielen Menschen gibt es nur ein Gesprächsthema im Moment: das schreckliche Tötungsdelikt vom Wochenende in Trier-Nord. Die Betroffenheit ist nicht nur im direkten Umfeld des jungen Mädchens groß, sondern in der ganzen Region. Das zeigt sich nicht nur in den zahllosen Beileidsbekundungen im Internet, sondern heute auch ganz konkret mit einem Trauermarsch für das getötete Mädchen. Um 18 Uhr wird er am Dom beginnen. Er zieht dann nach Auskunft des Presseamtes durch die Liebfrauenstraße und An der Meerkatz entlang zur Mustorstraße. Dann über die Ostallee, An der Reichsabtei und über die Schöndorfer Straße zur Schönbornstraße in die Nähe des Tatorts des schrecklichen Verbrechens. Dass es diese Veranstaltung geben wird, haben im Internet-Netzwerk Facebook mehrere Tausend Menschen begrüßt. Über 400 haben – ebenfalls bei Facebook – ihr Kommen angekündigt. Gestern räumten sogar einige spontan den vermüllten Tatort auf. Der Trierer Migrationsbeirat lässt wegen des Trauermarsches seine Sitzung ausfallen, der Trierer Stadtvorstand hat an das tote Mädchen schon am Montag mit einer Schweigeminute gedacht, vermutlich wird das auch der Trierer Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag tun. Das Mitgefühl kann kein totes Kind wieder lebendig machen – aber vielleicht kann es den trauernden Angehörigen in den schweren Tagen etwas Halt geben.

Wie es weitergeht mit St. Matthias

Wenn Abt Ignatius Maaß aus der Trierer Abtei Sankt Matthias einlädt, dann gibt es meist richtig was zu erzählen. Wenn dann auch noch der ehemalige Oberbürgermeister Helmut Schröer mit dabei ist, ist klar: Es wird um die Sanierung der Abtei gehen. Denn Schröer ist im Kuratorium der Sankt Matthias Stiftung engagiert, die fleißig Geld einsammelt, damit Triers berühmte Abtei die laufenden, umfangreichen Sanierungen bezahlen kann. Porta Nigra, Kaiserthermen, Sankt Paulin und Sankt Gangolf sind nämlich nicht die einzigen Sehenswürdigkeiten, an denen der Zahn der Zeit derart genagt hat, dass sie nun geflickt werden müssen. Auch der frühgotische Kreuzgang der Abtei steht auf der Sanierungsliste, damit er erhalten werden kann. Dabei geht es nicht nur um ein paar Flickarbeiten, sondern um die Substanz: Fundamente werden trocken gelegt, die Statik saniert. Kosten wird dass Projekt insgesamt rund vier Millionen Euro, das Geld kommt von Bund, Land, dem Bistum und eben von Spendern. Wie weit die Sanierung bisher gekommen ist, und was die nächsten Schritte sein werden, erläutern Maaß und Schröer heute der Presse vor Ort. Mehr dazu: Morgen im TV.

Mit Sicherheit ausverkauft

Es war eine der ganz besonderen Produktionen im Theater Trier in den vergangenen Jahren: 80 Schüler der Porta-Nigra-Schule aus Trier führten Ende Mai 2013 gemeinsam mit dem Ensemble des Theaters ihre ganz eigene Version von Mozarts Zauberflöte auf. Die Porta-Nigra-Schule ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt auf ganzheitliche Entwicklung, die von Schülern aus Trier, Trier-Saarburg und Luxemburg besucht wird. Monatelang hatten die jungen Leute vor zwei Jahren geprobt, gesungen und Bühnenbilder gebastelt. Der Lohn waren mehrere ausverkaufte Häuser und gleich mehrere Auszeichnungen, sogar auf Bundesebene. Der Erfolg hat offenbar Lust auf mehr gemacht, denn heute ist der Kick-Off für eine weitere Zusammenarbeit zwischen Schule und Theater. Der Presse wird vorgestellt, was die Schüler diesmal auf die Bühne bringen wollen. Erneut wird es eine populäre Oper sein, nämlich Carmen. Premiere wird am 5. Juli sein – sicherlich erneut vor einem ausverkauften Haus.

Kaster geht und bleibt

Der Trierer Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster verabschiedet sich heute als Vorsitzender seiner Partei in der Stadt Trier (Parteitag ab 9.30 Uhr im IHK Tagungszentrum). Mit seinen guten Drähten nach Berlin wird er der Partei natürlich weiter zur Verfügung stehen, aber eben nicht mehr als Chef der Partei. Seine Bilanz wird vermutlich überwiegend positiv ausfallen – auch wenn das nicht uneingeschränkt gilt. Die CDU ist nach wie vor bei Bundestagswahlen und bei Kommunalwahlen die stärkste Partei in der Stadt. Bei den Bundestagswahlen kann sich Kaster das maßgeblich selbst auf die Fahne schreiben, hat er doch gleich dreimal eindrucksvoll das Direktmandat errungen. Trotz der Stärke der Partei hat es aber bei der entscheidenden kommunalen Wahl im vergangenen Jahr haarscharf nicht gereicht, eine CDU-Kandidatin zur Oberbürgermeisterin zu machen. Das war sicher mit ein Anlass dafür, dass Kaster nun in diesem Jahr den Vorsitz weitergibt. Dass es heute zu gleich zwei Kampfabstimmungen kommt – um die Landtagskandidatur und um den Parteivorsitz (TV Bericht vom Freitag) – ist eigentlich ein gutes Zeichen für eine lebendige Partei. Auch Kasters großer Karriereschritt in den Bundestag hatte übrigens mit einer Kampfabstimmung begonnen: 2001 gewann er die CDU-interne Nominierung für das Bundestagsmandat gegen Franz-Peter Basten.