Da fehlt noch was im Goldenen Buch

Jetzt wird’s aber höchste Zeit: Seit Januar 2013 ist die Triererin Malu Dreyer rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin – aber ins Goldene Buch der Stadt hat sie sich bisher noch nicht eingetragen. Dabei ist sie ja wahrlich oft genug in Trier unterwegs, jüngst vor allem im OB-Wahlkampf. Dort war sie streng genommen nicht als Ministerpräsidentin auf Tour, sondern als SPD-Abgeordnete – auch wenn da vermutlich die wenigsten Trierer einen Unterschied machten. Heute holt sie jedenfalls den offiziellen Besuch nach. „Malu Dreyer im Gespräch“ heißt die Besuchsreihe der Ministerpräsidentin, im Rahmen derer sie Trier und Trier-Saarburg besucht. Neben dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt (12.30 Uhr großer Rathaussaal) stehen ein Besuch im Museum am Dom (13.30 Uhr) und in Mandern bei der Firma ThyssenKrupp Bilstein (15.45 Uhr) auf dem Programm. Das eigentliche Gespräch mit den Bürgern ist um 18 Uhr vorgesehen: Im Bürgerzentrum Schweich lädt die Ministerpräsidentin zum Bürgerempfang.

Schöne Ferien – am besten ohne Auto

Eigentlich sind ja ab heute Ferien. Und eigentlich könnte es da ja etwas ruhiger auf den Straßen zugehen. Aber: Es sind ja nur kurze Herbstferien. In diesen zwei Wochen verlassen die Menschen Stadt und Dörfer nicht in Scharen, um in Urlaub zu fliegen. Deshalb ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass es in Trier ab heute wieder mal recht eng wird auf den Straßen. Abgesehen von der Sperrung der Pellinger kommen nämlich auch noch ein paar kleinere Baustellen hinzu. Ab heute wird die Domänenstraße in Kürenz in zwei Etappen gesperrt, und auch die Agritiusstraße in Trier-Ost gleich in der Nähe ist wegen Bauarbeiten dicht. Noch deutlich größere Auswirkungen dürften zwei an sich ebenfalls kleine Maßnahmen haben, die am Mittwoch hinzukommen: Für einige Stunden wird in der Südallee eine der beiden Fahrspuren gesperrt. Und richtig lustig wird die halbseitige Sperrung der Bonner Straße in Richtung Innenstadt, weil die Fahrbahn dort instand gesetzt wird. Viele kleine Baustellen, das führt in Trier bekanntlich oft zu großem Ärger – schöne Ferien allen, die nicht aufs Auto angewiesen sind.

Romeo, Julia und die Prominenz

Susanne Linke, Urs Dietrich und Waltraut Körver – als im August bekannt wurde, wen der künftige Trierer Theaterintendant Karl Sibelius für die Ballettsparte ab Beginn seiner Amtszeit Mitte kommenden Jahres verpflichtet hat, löste das unter Ballettfreunden ungläubiges Staunen aus. Die drei Namen gehören zu den richtig Großen der deutschen Tanzszene. Den Tanz bezeichnet der neue Intendant als „ganz wichtige Sparte, mit der wir auch stark nach außen gehen“. Auch ohne die ganz großen Namen hat sich das Tanztheater in Trier aber schon in den vergangenen Jahren positiv entwickelt, dank des experimentierfreudigen Tanztheaterchefs Sven Grützmacher. Und auch schon ehe Sibelius die drei bekannten Namen nach Trier bringt, kann sein noch amtierender Vorgänger Gerhard Weber mit einer prominenten Choreographin glänzen: Birgit Scherzer inszeniert Romeo und Julia am Theater Trier – ein populärer Stoff, der sicher sein Publikum finden wird. Heute (19.30 Uhr) ist Premiere.

Ein Paradies für Biertrinker

Craft-Biere sind bei Bierliebhabern derzeit in aller Munde. In jeder Hinsicht. Die handwerklich gemachten, meist starken und sehr aromatischen Biersorten mischen den Biermarkt auf. Viele kleine Brauereien kreieren neue Sorten, sind experimentierfreudig und gewinnen auch dank der Möglichkeiten des Internetvertriebs Kunden bei jenen Bierliebhabern, die den Einheitsgeschmack großer Pilsmarken leid sind. Selbst ein Branchenriese wie die Bitburger Brauerei mischt da mit, hat mit Craftwerk eine nur im Internet erhältliche Biermarke erschaffen. Trier hat auch zwei Craft-Biere, von denen eines kurioserweise auch noch den passenden Namen trägt: Petrisbräu und Kraft-Bräu, das Bier der Hausbrauerei im Blesius Garten. Heute (ab 17 Uhr) und morgen kommt nun zusammen, was zusammengehört: Im Blesius Garten stellen bekannte Brauereien der Craft-Bier-Szene sich mit mehr als 60 Biersorten (darunter auch das noch junge Trierer Petrisbräu) bei einem Bierfestival vor. Ein wahres Paradies für Bierfreunde.

Der Mensch hinter dem Promi

Auch wenn viele Menschen die Lektüre nicht gerne zugeben: Klatschspalten in den Zeitungen, Promimagazine im Fernsehen und Internet erfreuen sich großer Beliebtheit. Denn es ist das eine, große Stars in ihren Rollen zu sehen. Doch es ist genauso interessant, das Andere über die Stars zu erfahren: Dinge aus ihrem Privatleben, die menschlichen, vielleicht manchmal weniger perfekten Seiten. So ähnlich geht das vielen Trierern offenbar auch mit ihrem derzeit größten Weltstar, dem Bariton Franz Grundheber. Dass Konzerte mit ihm schnell ausverkauft sind, ist ja keine Überraschung. Doch auch, als er im März in Biewer in einer Benefizveranstaltung über seine Karriere plauderte, interessierten sich dafür über 400 beeindruckte Zuschauer. Heute dürfte es kaum anders sein: Franz Grundheber besucht dieser Tage seine frühere Schule, das Max-Planck-Gymnasium. Und dort erzählt er heute (19.30 Uhr, Aula), wie er seine Schulzeit erlebt hat. Das Interesse dürfte groß sein.

Auf dem Weg in die Eifel

Sie sorgen dafür, dass die Busse in Trier fahren, dass Strom, Gas und Wasser in die Haushalte kommen und dass die Trierer schwimmen gehen können: die Stadtwerke Trier (SWT). Weil das ein zumindest in der Summe einträgliches Geschäft ist, sorgen sie außerdem jedes Jahr dafür, dass Geld in die Kassen der Stadt Trier fließt, der die Stadtwerke gehören. Mittlerweile agieren die SWT aber auch auf ganz neuen Geschäftsfeldern. Gemeinsam etwa mit den Landkreisen in der Eifel, wo sie nun in einem Verbundsystem eine 80 Kilometer lange Leitungstrasse für Trinkwasser, Strom, Erdgas, Biogas und Telekommunikation bauen, von der NRW-Landesgrenze bis nach Trier. Vorgestellt wird dieses Großprojekt am Freitag mit großem Politikerauflauf in der Eifel. Zuvor wollen die Stadtwerke aber nochmal alleine glänzen: Die Chefs und der Trierer OB Klaus Jensen als Verwaltungsratsvorsitzender stellen der Presse heute in Trier die zukünftige Ausrichtung der Stadtwerke vor.

Wenn die Maden kommen…

Die Angst geht um in der Region Trier. Angst vor einer tierischen Plage: Es sind die Maden, die den Menschen Kummer machen. Sie werden tausendfach, ach was, millionenfach, bald die Häuser bevölkern, wenn sie kommt, die verhasste Biotonne. Als „Madentonne“ wird sie von den Gegnern auch geschmäht. Ihr Inhalt stinke, sie nehme zusätzlichen Platz weg und bringe ökologisch keinen Vorteil, argumentieren die Gegner. Dass die Bioabfälle heutzutage in den normalen, ebenfalls stinkenden Hausmüll geworfen werden, zählt dabei nicht: Die Biotonne wird von vielen Menschen generell abgelehnt. 5423 Internetnutzer haben eine entsprechende Online-Petition unterzeichnet, Gutachten und Gegengutachten werden erstellt, und diverse Gremien beschäftigen sich mit dem Thema – heute beispielsweise der fürs Einsammeln des Abfalls in Trier und Trier-Saarburg zuständige Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier (17 Uhr bei der ART in der Löwenbrückener Straße).

Blitzer für die Stadtverwaltung

Kaum ist ein spannender OB-Wahlabend vorbei, da kommt schon der nächste stadtpolitisch spannende Abend in Trier: Heute tagt der Stadtrat (17 Uhr, in der Europäischen Rechtsakademie). Spannend wird es vor allem bei der Frage: Soll die Stadtverwaltung selbst die Geschwindigkeitskontrollen auf dem Stadtgebiet übernehmen? Normalerweise ist die Polizei dafür zuständig, rechtlich ist es aber möglich, dass die Stadt Blitzer kauft, Kontrolleure einstellt und Bußgelder kassiert. Vor einem Jahr, am 1. Oktober 2013, diskutierte der Stadtrat schon einmal darüber, doch eine Vorlage der Stadtverwaltung wurde mehrheitlich mit den Stimmen von CDU, FDP und FWG gekippt. Nicht zum ersten Mal übrigens – auch im Jahr 2000 gab es schon einmal solche Pläne, die damals an CDU und UBM (dem Vorläufer der FWG) scheiterten. Diesmal stehen die Chancen für die Befürworter besser: den Antrag bringen SPD, Grüne, Linke und Piraten ein. Zusammen haben sie 30 von 56 Stimmen im Rat.

Viel Blaulicht, keine Katastrophe

Nein, keine Sorge, es ist keine Katastrophe: Wenn am Samstag früh durch Trier jede Menge Kranken- und Rettungsfahrzeuge in Richtung Burgunderviertel in Trier-Kürenz unterwegs sind, dann ist das – glücklicherweise – nur eine Übung. Das Szenario wird hoffentlich niemals Realität: Ein sehr schwerer Verkehrsunfall wird durchgespielt. Die Teilnehmer üben den Aufbau und Betrieb eines Behandlungsplatzes für die Versorgung von bis zu 50 Verletzten. Freiwillige und Berufsfeuerwehr Trier sowie die Schnellen Einsatzgruppen Trier und Trier-Saarburg sind mit dabei (Deutsches Rotes Kreuz und Malteser Hilfsdienst), Notfallseelsorger, der Luxemburgische Rettungshubschrauber, Notärzte, die Leitstelle Trier – eben alle, die auch beim echten Unfall mit im Boot wären und auf deren Fähigkeiten sich die Bürger verlassen.

Gemeinsam gegen rechts aktiv

Ganz schlimm ist es oft in Internet-Netzwerken: Wenn es bei Nachrichten um Asylbewerber geht oder um Polizeimeldungen, die nach „südländisch aussehenden“ Männern fahnden – dann gibt es oft Kommentare, in denen sich Volkes Stimme ganz übel Richtung rechts bewegt. Vielen Menschen ist anscheinend gar nicht bewusst, dass das, was sie äußern, rassistisches, fremdenfeindliches Gedankengut ist. Es gibt also eine Menge Aufklärungsbedarf in der Gesellschaft. Deshalb, und weil die rechtsextreme NPD in Trier nach wie vor stark aktiv ist, gibt es in der Stadt den „Verein für ein buntes Trier – gemeinsam gegen rechts“, dessen Vorsitzender Oberbürgermeister Klaus Jensen ist. In einer Tagung beleuchtet der Verein heute (15 bis 18 Uhr, Kantine des Finanzamts) Alltagsrassismus unter anderem in der Arbeitswelt, im Verein und in der Schule – und sucht nach Ansätzen, dagegen zu arbeiten. Das dürfte kein leichtes Unterfangen sein, aber es ist wichtig, damit zu beginnen.