Wandernde Römerfans gesucht

Wenn heute in Bernkastel-Kues hochoffiziell der neue Wanderweg „Moselsteig“ eröffnet wird (mehr dazu auf den Seiten 1, 11 und 16), dann ist das auch für die Stadt Trier ein besonderes Ereignis. Denn damit ist Trier nun auch hochoffiziell die einzige deusche Stadt, an der gleich drei Prädikatswanderwege zusammenlaufen: Eifelsteig, Saar-Hunsrücksteig und eben der Moselsteig. Die Trier Tourismus und Marketing GmbH hat die Zeichen der Zeit schon erkannt und will dieses Alleinstellungsmerkmal künftig auch besser vermarkten. Das kann nicht schaden, schließlich waren die Tourismuszahlen im vergangenen Jahr rückläufig. Und es ist sicher auch nicht schlecht, wenn Trier nicht nur für Geschichtsinteressierte als Römerstadt attraktiv ist, sondern auch für Outdoor-Aktive als Wandermetropole. Dazu muss es jetzt nur noch gelingen, – und das ist keine Kleinigkeit – die Wanderwege auch im Stadtbild präsent zu machen.

PS: Weil Trier in den nächsten zwei Wochen in den Ferienmodus schaltet, macht auch die Kolumne Pause: Das nächste „Täglich“ lesen Sie am Montag, 28. April.

Der nächste Trierer Petrisberg

In wenigen Tagen blickt Trier auf den zehnten Geburtstag der Landesgartenschau zurück, die ein ganzes Stadtviertel – den Petrisberg – geprägt hat. Ein Stadtteil – Kürenz – hat dadurch nachhaltig sein Gesicht und seine Struktur verändert. Triers nächster Petrisberg heißt Castelnau. Auf dem ehemaligen französischen Militärgelände entstehen 120 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern und 350 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Auch dort – mitten in Feyen – entsteht also ein komplett neues Viertel, das die Struktur des Stadtteils verändern wird. Ein solches Viertel mit dem in Trier raren Bauland und viel neuem Wohnraum braucht neben einer eigenen Nahversorgung auch eine Infrastruktur für die vielen dort hinziehenden Familien. Auf dem Weg dahin geschieht heute der nächste Schritt: Die entstehende Kita feiert Richtfest (Beginn 14 Uhr). Es wird eine integrative Einrichtung sein, für die der Caritasverband Trier die Betriebsträgerschaft übernehmen wird.

Stadtrat: Alle wollen rein

Derzeit sind es sechs beziehungsweise eigentlich sieben, aber der NPD-Vertreter ist ja aufgrund einer rechtskräftigen Verurteilung ausgeschlossen worden (mehr dazu auf Seite 11). Die Rede ist von den Fraktionen im Trierer Stadtrat. CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke und FWG sind derzeit im Kommunalparlament vertreten. Heute entscheidet sich, welche Parteien und Gruppierungen die Chance bekommen, im nächsten Trierer Stadtrat zu sitzen. Unter Vorsitz von Bürgermeisterin Angelika Birk tagt im Großen Rathaussaal der Trierer Wahlausschuss (14 Uhr) und berät, ob die, die rein wollen, auch die Voraussetzungen erfüllt haben. Neben den genannten Parteien und den Freien Wählern dürften vermutlich auch Piraten, die Alternative für Deutschland und erneut die NPD ernsthaft den Versuch machen, ausreichend Wähler für sich zu begeistern. Ob die Arbeit im Stadtrat mit neun oder mehr Fraktionen anschließend auch noch begeisternd ist, bleibt abzuwarten.

Das Bistum feiert und tagt

Ein Ereignis, das Ende April wieder für ein paar Tage das Straßenbild rund um den Dom bestimmen wird, wirft seine Schatten voraus. Heute stellt Wolfgang Meyer vom Bistum das Programm der Heilig-Rock-Tage vor, die vom 27. April bis zum 4. Mai veranstaltet werden. In diesem Zeitraum treffen sich zugleich die Synodalen der Bistumssynode zu ihrer zweiten Vollversammlung (vom 30. April bis zum 3. Mai), so dass der wesentliche Schwerpunkt des Bistumsfestes damit auch schon gesetzt ist. Im vergangenen Jahr waren die Heilig-Rock-Tage in etwas abgespeckter Form veranstaltet worden, in diesem Jahr wird das Fest wieder augenfälliger sein, unter anderem mit einer großen Bühne mit Kulturprogramm auf dem Domfreihof. Die Heilig-Rock-Tage werden seit 1997 gefeiert. Die bekannte Reliquie, der heilige Rock, ist natürlich nicht jedes Mal zu sehen, immerhin ist aber die Heilig-Rock-Kapelle im Ostchor des Doms zum Gebet geöffnet. Darin liegt der Heilige Rock, beziehungsweise das, was von ihm übrig ist, gut verschlossen im Holzschrein unterm Glaszelt.

Gute Nachricht für den Sport

Kein Geld da, Konzept noch nicht fertig, kein Personal zur Umsetzung, dies und das verzögert sich oder kann nicht gemacht werden – schlechte Nachrichten überbringen müssen der Oberbürgermeister und seine Dezernenten oft genug. Da liegt es nahe, dass sie auch gerne mal eine gute Nachricht überbringen, so wie Oberbürgermeister Klaus Jensen und Bürgermeisterin Angelika Birk am heutigen Samstag. Die beiden sind in der Geschäftsstelle des Postsportvereins Trier (PST) zu Gast, um die frohe Botschaft zu vermelden: Es kann losgehen mit der Sanierung der Toni-Chorus-Halle. Die ist bekanntlich höchst marode (verwaltungsdeutsch: „sanierungsbedürftig“), was gut eine Million Euro kosten wird. Der Stadtrat hat im Februar beschlossen, das Projekt mit 365000 Euro aus der Stadtkasse zu bezuschussen, das Land schießt 418000 Euro zu, und auch der PST selbst – größter Sportverein in der Region – stemmt einen beachtlichen Eigenanteil von 267250 Euro.
Schon bald können die Bauarbeiten beginnen, was nicht nur den PST, sondern auch den Schulsport freuen dürfte. Und wenn der Umbau dann fertig ist, werden sich der OB und seine Bürgermeisterin sicherlich nochmal sehen lassen, um diese nächste gute Nachricht zu genießen.

Noch nichts vor ab dem 1. April 2015?

Sie sind Deutsche/Deutscher oder EU-Mitglied mit Wohnsitz in Deutschland? Sie haben das 23. Lebensjahr vollendet, aber am 28. September 2014 noch nicht das 65? Sie haben ab dem 1. April 2015 noch nichts vor? Sie haben Lust, Beamter auf Zeit zu werden und könnten sich mit der Besoldungsgruppe B 7 (gute 8000 Euro im Monat) anfreunden? Dann erfüllen Sie schon mal einige Voraussetzungen, um neuer Oberbürgermeister in Trier zu werden. Alles, was Sie jetzt noch tun müssen, ist, sich auf die Stelle zu bewerben und dann gewählt zu werden. Die entsprechende Stellenanzeige wird der Trierer Stadtrat in seiner heutigen Sitzung (ab 17 Uhr, großer Rathaussaal) beschließen. Veröffentlicht wird sie demnächst im Internet und mehreren Zeitungen, unter anderem auch in dieser. Ihre Bewerbungsunterlagen sollten Sie bis zum 11. Juli eingereicht haben. Kleiner Tipp allerdings: Überlegen Sie sich gut, ob Sie den Job wirklich wollen. Als Oberbürgermeister dürfen sie dann nämlich auch Sitzungen wie die heutige leiten, die mit ihren 55 öffentlichen und weiteren 13 nicht-öffentlichen Tagesordnungspunkten einigermaßen strapaziös zu werden verspricht.

Der Osterhase ist früh dran

Für alle die, die sich auch gerne darüber aufregen, dass es im September schon Nikoläuse in den Supermärkten gibt, gibt es ab heute eine weitere Gelegenheit, sich zu echauffieren: Es beginnt nämlich der Ostermarkt in Trier. Ostern ist aber bekanntlich erst in gut zweieinhalb Wochen. Die Osterhäschen sind also früh dran. Sie bleiben in diesem Jahr auch länger als sonst, der Ostermarkt ist nämlich von den bisher üblichen drei auf fünf Tage verlängert worden. Grund dafür ist der zehnte Geburtstag der von der City Initiative organisierten Veranstaltung. Blumen, Basteleien, Kunsthandwerk, Gebäck, Texilien, Essen und Trinken – auf dem Hauptmarkt geht es bis Sonntag deutlich bunter zu als sonst. Krönender Abschluss ist der verkaufsoffene Sonntag, bei dem die Trierer Händler darauf hoffen, einiges an Frühjahrs- und Sommerware unters Volk zu bringen, mit dem sich die Menschen dann vom Osterhasen beschenken lassen. Darüber kann man sich jetzt auch wieder aufregen. Oder einfach drüber freuen.

Ein Knotenpunkt wird saniert

An einem Datum wie dem heutigen ist man ja gewarnt. Nicht jede Nachricht, die man am 1. April im Radio hört oder in der Zeitung liest, muss auch wirklich stimmen. Diese hier stimmt aber auf jeden Fall: In der Stadt Trier ist wieder eine größere Baumaßnahme in Sicht. Wie so oft bei größeren Projekten, wird sie die Autofahrer im Ergebnis zwar froh machen, weil eine Straße ausgebessert wird. Sie wird aber zunächst einmal für etwas Ärger sorgen, weil eine zentrale Verkehrsader für einige Tage blockiert sein wird. Es geht um die Ostallee. In zwei Bauabschnitten wird sie von den Kaiserthermen bis zum Alleencenter saniert. Weil das mit größerem Aufwand verbunden sein wird, hat das Tiefbauamt die Arbeiten in die Osterferien gelegt. Bauabschnitt eins läuft vom 14. bis 17. April, Bauabschnitt zwei vom 24. bis zum 27. April. Details stellt das Rathaus heute der Presse vor und wir morgen unseren Lesern. Kein Scherz, versprochen!

Das hohe Haus im Großen Haus

Der Journalist, Buchautor und Moderator Roger Willemsen hat ein Jahr lang jede Bundestagssitzung miterlebt. Wirklich jede. Vom Anfang bis zum Ende. Aus dem Buch, das dabei entstanden ist (Das hohe Haus – ein Jahr im Parlament), liest Willemsen heute im Großen Haus des Theaters Trier (Beginn 20 Uhr). Manchmal ist es ja sinnvoll, Dinge von der bundespolitischen Ebene aufs Lokale „runterzubrechen“, damit man sie sich besser vorstellen kann. Um Willemsens Erlebnisse auf Trier zu übertragen müsste man sich also ein Jahr lang jede Stadtratssitzung ansehen, vom Anfang bis zum Ende. Das reicht aber nicht, der Bundestag hatte 40 Sitzungstage in Willemsens Buch, der Stadtrat kommt meist auf zehn bis zwölf Sitzungen. Man sollte sich also zusätzlich noch mindestens die zehn bis zwölf Sitzungen des Steuerungsausschusses gönnen, vielleicht auch noch ein oder zwei Dezernatsausschüsse monatlich besuchen, dann bekommt man vermutlich eine ähnliche Recherchetiefe im Lokalen wie der Journalist in Berlin. Ob eine derartige Recherche großen Spaß macht, sei mal dahingestellt. Um ein Buch zu schreiben, würden die Erlebnisse allerdings vermutlich auch ausreichen. Ob es jemand kaufen würde, ist die ganz andere Frage.

Umleitung für Tanktouristen

Trier größtes Fest findet an diesem Wochenende auswärts statt. Genauer gesagt: im luxemburgischen Wasserbillig. Klar, es ist natürlich kein „Trierer Fest“, sondern das der „Bëllia Bratzelgecken“ – so heißt der dortige Karnevalsverein. Aber die Zahl der Gruppen aus Trier und dem Trierer Umland, die dort beim Karnevalsumzug „Kavalkade“ noch mal närrisch sind, ist enorm. Die Stadtgarde Augusta Treverorum ist mit dabei, die Biewerer Hoahnen schicken Elferrat und Garde, der ICV Igel seinen Prinzenwagen, der Fanfarenzug Trier marschiert mit, der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Schweich ebenso wie die Gardemädchen der KG Trier-Süd. Natürlich besuchen die „Laasa Hooten“ aus Langsur ihre Wasserbilliger Nachbarn, das Blasorchester Ehrang ist dabei, die Zauberflöten Euren und der Lanz-Bulldog-Club Trier-Zewen. Auch von der anderen Moselseite bekommen die Wasserbilliger Besuch: Das Konzer Stadtprinzenpaar und der Musikverein Oberbillig setzen über. Über 1000 Teilnehmer beim Zug, viele Tausend Besucher an der Strecke – für Wasserbillig ein Großereignis (Beginn 14.33 Uhr). Der Tanktourismus wird ab mittags umgeleitet, am Sonntag haben die Narren Vorfahrt.