Soft opening am Glühweinstand

Bei Geschäfts- oder Restauranteröffnungen hat sich in den vergangenen Jahren etwas eingebürgert, das man auf gut Denglisch als soft opening bezeichnet. Gemeint ist, dass Restaurants oder Geschäfte schon vor der eigentlichen Eröffnung (mit Banddurchschneiden, Redenschwingen, Musikprogramm, Ehrengästen und so weiter) geöffnet haben. Das Personal ist so schon geübt, die ersten Gäste und Kunden sind schon bedient worden, ehe die Ehrengäste am offiziellen Eröffnungstag eintreffen. Soft openings gibt es mittlerweile auch an anderer Stelle. Schon am Donnerstag und Freitag konnte man auf der Eisbahn auf dem Kornmarkt Runden drehen – ehe der OB am Samstag offiziell zur Eröffnung schritt (siehe Seite 11). Und auch auf dem Trierer Weihnachtsmarkt kann man heute schon den Glühwein oder die Grombereschniedschi (für Zugezogene: Reibekuchen) kosten – auch wenn die offizielle Eröffnung erst am Dienstag folgt.

Der Dom und die Demos

Der Trierer Dom ist ein Anziehungspunkt für Touristen. Als Bischofskirche ist er zugleich ein Anziehungspunkt immer dann, wenn die Kirche im Mittelpunkt steht. Im Positiven (Heilig Rock Wallfahrt) wie im Negativen, also wenn in der Kirche etwas vermeintlich schief läuft. Mehrfach demonstrierten bei Diakonweihen Aktivisten der „Lila Stola“, um damit ihre Kritik an der Männerdominanz in der Kirche zu äußern. Und als im vergangenen Jahr die Bischofskonferenz in Trier tagte, gabe es eine Demo vor dem Dom für mehr Aufklärung in Sachen sexueller Missbrauch in der Kirche. Heute ist der Dom beziehungsweise der benachbarte Bischofshof erneut Schauplatz einer Demo. Es geht um die Amtsenthebung des saarländischen Pfarrers Christoph Eckert (der TV berichtete). Bleibt abzuwarten, ob die Zahl der Demonstranten höher ist als 2013 bei der Bischofskonferenz: Damals kamen gerade mal 30 Protestierer

Vereine kontra freie Szene

Trier gibt viel Geld für Rasen- und Kunstrasenplätze aus. Die Stadt hat auch hohe Sanierungs- und Unterhaltungskosten für Turnhallen. Beide werden von Schulen, aber vor allem von Vereinen genutzt. Andererseits hat die Stadtverwaltung auch den Skatern angeboten, für diese eine Halle zu besorgen. Davon abgesehen, dass die Skater dieses Geschenk überraschenderweise abgeschlagen haben, ist der Fall ein gutes Beispiel dafür, dass die Stadt sich auch um den nicht-vereinsmäßigen, sondern selbst organisierten Sport kümmert. Zugleich ist es aber auch ein Beispiel dafür, dass so ein Kümmern nicht ohne Konflikte abläuft – denn mancher Verein blickte schon etwas neidisch auf die hohen Summen, über die die Skater sich eigentlich hätten freuen müssen. Vielleicht ist der Fall deshalb heute auch ein Prima Beispiel: Der Landessportbund lädt zum Forum Sportstättenentwicklung (10 bis 14 Uhr, Europäische Sportakademie), bei dem es um Interessenskonflikte zwischen dem organisierten und dem selbst organisierten Sport gehen soll.

Wie heißt der nächste Promi?

Alle zwei Jahre gehört der Termin zu den festlichsten in der Stadt: die Vergabe des Oswald- von-Nell-Breuning-Preises. Er ist dem Andenken an den 1991 gestorbenen Trierer Jesuitenpater gewidmet, dem Vordenker der katholischen Soziallehre. Die bisherigen Preisträger sind allesamt prominent, vom Verfassungsrichter Paul Kirchhof (2003) über Altbundeskanzler Helmut Schmidt (2005), Hans-Jochen und Bernhard Vogel (2009) bis zu Norbert Blüm (2011). Auch zwei Organisationen wurden ausgezeichnet: das Päpstliche Hilfswerk Cor Unum (2007) und der Verein Transfair (2013). Zum neuen Preisträger (vielleicht auch mal eine Preisträgerin?) lässt sich Hans-Günther Lanfer, Presseamtschef und Geschäftsführer des Oswald-von-Nell-Breuning-Preises, so gut wie nichts entlocken. Außer: Es ist keine Organisation, sondern wieder eine Person. Heute um 10.30 Uhr sind wir schlauer, dann wird der Preisträger im Rathaus bekanntgegeben.

Schwarz-Grün wird ausdiskutiert

Das kann ein langer Abend werden heute bei den Trierer Grünen: Bei ihrer Mitgliederversammlung (19 Uhr, Café Balduin) steht nicht nur die Neuwahl des Vorstands an, sondern auch ein Zwischenbericht der Verhandlungskommission, die derzeit mit der CDU ein Bündnis im Stadtrat auslotet. Dazu hat die Partei der Kommission zwar den Auftrag erteilt, die schwarz-grüne Anbändelei ist aber längst nicht jedermanns Sache. Kurioserweise diskutieren die Grünen ja zugleich darüber, dem Luxemburger und Christsozialen Jean-Claude Juncker die Trierer Ehrenbürgerwürde abzuerkennen. Dabei ist für die Grünen – mangels anderer realistischer Mehrheiten im Stadtrat – Schwarz-Grün die einzige Chance, in wichtigen Fragen mitzubestimmen. Zugleich geht mit dem Bündnis aber auch die Gefahr einher, dass die Grünen politische Kröten schlucken müssen. Deshalb wird es spannend zu sehen, wie die Basis auf die ersten Ergebnisse reagiert.

Theater wirkt auch in der Stadt

Dass das Theater mit seinem Ensemble zur Stadt gehört, dass die Schauspieler, Tänzer und Musiker mehr sind als nur Angestellte, sondern mit ihrer künstlerischen Tätigkeit auch in die Stadt hineinwirken, war eines der Hauptargumente bei der Diskussion über den Erhalt eines Drei-Spartenhauses in Trier. Auch aus der Politik kommt immer wieder der Wunsch nach Kooperationen und Zusammenarbeit des Theaters mit Schulen, Institutionen, der freien Szene. Wie dieses Hineinwirken in die Stadt in der Praxis aussehen kann, zeigt sich heute bei der Premiere des Stückes „Ein Traumspiel“ von August Strindberg im Kasino am Kornmarkt (Beginn 19 Uhr). Die freie Theatergruppe Kreuz&Quer, die ohnehin schon aus sehr ambitionierten Nebenbei-Künstlern besteht, arbeitet hier zusammen mit professionellen Künstlern des Theaters Trier. Die Trierer Politik ist übrigens am Stück auch direkt beteiligt, wenn auch nicht in dieser Funktion: Marc-Bernhard Gleißner, Stadtratsmitglied der Linken, führt beim Traumspiel für Kreuz&Quer die Regie.

Alles andere als ungefährlich

Cannabis, Kokain, Ecstasy oder Amphetamine – dass dies Drogen sind, die zu körperlichen oder psychischen Schäden führen können, ist auch bei Jugendlichen bekannt, die Hemmschwelle mithin hoch, zu diesen Drogen zu greifen. Anders ist das derzeit noch bei den als „Legal-Highs“ bezeichneten Kräutermischungen, die in Pulverform, Tabletten oder Kapseln angeboten werden und über Internet leicht erhältlich sind. „Couch Trip“ heißt so ein Tütchen dann schön verharmlosend und kostet zwischen 20 und 30 Euro. Doch ungefährlich sind die Mischungen nicht. Erst Anfang Oktober machte der Fall eines 18-Jährigen aus Trier Schlagzeilen, der wegen des Konsums einer Kräutermischung auf der Intensivstation landete. Dafür, dass das Gefahrenbewusstsein angesichts der Legal Highs steigt, will die Polizei nun mit Aufklärung sorgen. Deshalb veranstaltet sie heute in Trier (17 Uhr 19 Uhr, Rokkokosaal der ADD) eine Fachtagung zum Thema. Sie richtet sich an Lehrer weiterführender Schulen ab Klasse 7, kann aber – sinnvoll angesichts der Verbreitung der Kräutermischungen – natürlich auch von Eltern und interessierten Bürgern besucht werden.

Schaut euch eure Schätze an

Schatzkammer – allein der Begriff hat eine faszinierende Wirkung. Erwachsene werden neugierig, Kinder träumen von Piratengeschichten, Oberbürgermeister sind stolz – auch wenn ihnen die historisch wertvollen Schätze die aktuell leere Kasse auch nicht füllen. Gestern abend ist die Trierer Schatzkammer offiziell nach jahrelanger Sanierung eröffnet worden, ab heute können die Trierer sich ihre millionenschweren Schätze in neuer, zeitgemäßer Präsentation ansehen. 600.000 Euro hat der Umbau gekostet. Die zwar an Schätzen, nicht aber an Euro reiche Stadt Trier hat dazu nichts beisteuern müssen, das Geld kommt von der EU. Die Baustelle in der Stadtbibliothek ist aber noch nicht beendet, auch die Stadtkasse wird noch ihren Teil leisten müssen: Katalogsaal, Eingangsbereich und Verwaltungstrakt wurden und werden in den nächsten Jahren noch saniert, das Gesamtprojekt kostet 1,2 Millionen Euro.

Die Bäume kommen

„Advent ist im Dezember“ heißt eine Kampagne der evangelischen Kirche, die sich mit dem Untertitel „Alles hat seine Zeit“ dafür ausspricht, Feste und Bräuche im Kirchenjahr nicht des Kommerzes wegen zu früh zu feiern. Wer auch findet, dass Advent im Dezember ist und nicht schon Mitte August (mit dem ersten Lebkuchen im Supermarkt), der wird derzeit in Trier wieder eines Besseren belehrt: Wir schreiben den 14. November, und die Anzeichen für die beginnende Weihnachtszeit sind untrüglich – nicht nur in Geschäften. Auf dem Trierer Hauptmarkt stehen schon die ersten Häuschen des Weihnachtsmarkts (der am 25. November eröffnet wird), und heute kommen zwei weitere eindeutige Zeichen hinzu: die beiden großen Weihnachtsbäume vor der Porta Nigra und auf dem Trierer Hauptmarkt. Beide Bäume sind Einheimische: Der Porta-Nigra-Baum kommt aus Trier-Irsch in die Stadt, der vom Hauptmarkt wird in Ehrang gefällt. Wie die beiden aussehen: dazu mehr morgen im TV.

Wo Bürger mitreden dürfen

Es ist eines der Lieblingsthemen des Trierer Oberbürgermeisters Klaus Jensen – und funktioniert dennoch längst nicht immer optimal: die Bürgerbeteiligung. Der Bürgerhaushalt, in dem Trierer konkrete Vorschläge für die Stadtpolitik machen können, ist ein funktionierendes Instrument der Bürgerbeteiligung, ein Planungscafé, wie es im Stadtviertel Gartenfeld veranstaltet wurde, wohl ebenso. Ob die Bürgerbeteiligung bei der Weiterentwicklung der Bahn-Westtrasse auch gutgelaufen ist, wird dagegen kontrovers diskutiert. Der richtige Einstiegspunkt für eine Veranstaltungsreihe des Fachs Politikwissenschaft der Universität Trier also mit außeruniversitären Kooperationspartnern. „Bürgerbeteiligung bei öffentlichen Großprojekten – Mehr Schein als Sein?“, so ist das Forum betitelt, das heute unter anderem den Soziologie-Professor Waldemar Vogelgesang und den Politikprofessor Wolfgang Lorig beschäftigen wird. Beginn ist um 15 Uhr im Sitzungssaal der Kreisverwaltung.