Letztes Hemd auf der Wäscheleine

Wer sein letztes Hemd für irgendetwas gibt, der muss schon ziemlich verzweifelt sein. Oder das mit dem Hemd demonstrativ machen, als Zeichen. Genau das geschieht heute in Trier. Studenten geben symbolisch ihr letztes Hemd, und zwar für die Ausbildung. Um 18 Uhr werden sie auf dem Hauptmarkt mit Wäscheleine und einigen T-Shirts protestieren. Der Grund sind die aus ihrer Sicht schlechtenten Ausbildungsbedingungen von Pias. Pia steht für Psychotherapeuten in Ausbildung.
Die Organisatoren der Demo kritisieren eine Reihe von Missständen: die Bezahlung sei schlecht, oft gebe es keine Arbeitsverträge, der rechtliche Status der Pias sei unklar ebenso wie die Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung.
Das Thema ist natürlich kein Trier-spezifisches. Bundesweit wehren sich die Pias gegen schlechte Bezahlung und schlechte Ausbildungsbedingungen, und das schon seit Jahren. Teilweise haben sie sogar schon Kliniken vor Arbeitsgerichten verklagt, mit wechselndem Erfolg. Proteste gibt es heute daher nicht nur in der Moselstadt. Auch in Bamberg, Bonn, Jena, Mainz, Leipzig, Osnabrück, Stendal und Würzburg wollen die jungen Leute auf ihr Anliegen aufmerksam machen.

Die Ehrenamtler und St. Paulin

Was wäre die Kirche ohne Laien und ohne das Ehrenamt? Die ganze Eucharistie, die ganze Verwaltung, die ganze Arbeit rund um die Kirchengemeinden wäre vermutlich ein gutes Stück ärmer. Und auch die Kirchengebäude selbst würden vermutlich ziemlich heruntergekommen aussehen. Das Bistum selbst gibt nur noch geringe Zuschüsse, wenn irgendwo Sanierungen anstehen. Selbst bei so prominenten Kirchengebäuden wie der Basilika Sankt Paulin in Trier-Nord ist das der Fall. Auch hier müssen sich Ehrenamtliche einschalten, damit die Sanierung des Kirchturms finanziert werden kann. Die „Freunde und Förderer der Basilika St. Paulin“ machen das mit großem Engagement. Heute können sie bei ihrer Mitgliederversammlung (19.30 Uhr, Stiftskurie) erneut einen Förderscheck über 40000 Euro überreichen. So haben sie der Pfarrgemeinde St. Paulin schon 80000 Euro verschafft. Und das soll nicht das Ende sein. Mit einem Benefizkonzert am Dienstagabend mit dem österreichischen Gitarristen Florian Palier (19.30 Uhr, Stiftskurie St. Paulin) wird schon das nächste Geld eingesammelt.

Viel Marx und noch viel mehr

Fünffünfachtzehnachtzehn. So kann man sich ganz gut das Geburtsdatum des weltweit prominentesten Trierers, Karl Marx, merken, das nicht nur am 5. Mai 2018, sondern im ganzen Jahr 2018 gefeiert werden und der Stadt viel Aufmerksamkeit bescheren wird. Der Hype um Marx beginnt schon viel früher. Er beginnt im Grunde schon in diesem Jahr. Das Stadtmuseum hat kürzlich ein Marx-Bildnis des berühmten DDR-Malers Willi Sitte als Dauerleihgabe der Bundesrepublik Deutschland bekommen (der TV berichtete). Und am Wochenende nun beschäftigt sich ein anderer prominenter Künstler auch mit Karl Marx: HA Schult, der renommierte Aktionskünstler, der vor allem mit seiner Installation der „Trash People“ bekannt geworden ist. Im Karl-Marx-Haus stellt er am Sonntag um 11 Uhr ein Karl-Marx-Bild und eine Installation vor.. Wem das alles zu viel Marx-Kult ist, der hat am Sonntag aber zusätzlich die Auswahl: Beim Museumstag bieten auch Museum am Dom, Stadtmuseum Simeonstift und Rheinisches Landesmuseum jede Menge Sonderprogramme bei freiem Eintritt (mehr zum Programm auf www.museumsstadt-trier.de)

Mit Strom und Promis unterwegs

Über die Erfolgschancen der Elektromobilität wird ja trefflich gestritten. Wenn Autos mit Ökostrom betrieben unterwegs sind, ist das für die Umwelt vermutlich ein Gewinn. Sie sind günstig im Verbrauch, leise und für jüngere Leute auch regelrecht hip. Allerdings sind die E-Autos auch so teuer, dass der Markt dafür nicht so recht in Gang kommt. Die Trierer Stadtwerke halten unverdrossen mit der Einrichtung von Elektrotankstellen dagegen. Und nun testen sie auch, ob ein Elektrobus tauglich für den Einsatz im Öffentlichen Nahverkehr wäre.
Wem also heute oder in den nächsten zwei Wochen ein leiser und irgendwie anders aussehender Bus zwischen Innenstadt und Petrisberg begegnet, der hat einen E-Bus vor sich. Zu erkennen sein wird das Mobil zumindest heute auch an der Auswahl der Fahrgäste: Neben den Stadtwerke-Vorständen Olaf Hornfeck und Arndt Müller wird nämlich auch Oberbürgermeister Wolfram Leibe an Bord sein. Um 14.30 Uhr wird der Bus der Presse vorgestellt.

Bis zur Landtagswahl im März 2016 ist es zwar noch einige Zeit hin, aber gerade in dieser Woche wirft sie in Trier extrem ihre Schatten voraus. Grüne und FDP haben schon ihre Direktkandidaten nominiert, nun folgen noch SPD (heute, 10 Uhr, im Bürgerhaus Euren) und CDU (Montagabend, 20 Uhr, Druckwerk Euren). Sich als Direktkandidat aufstellen zu lassen, ist dabei gerade in der Stadt Trier ein hartes Geschäft. Denn für die SPD tritt Malu Dreyer an. Gegen den Amtsbonus der Ministerpräsidentin dürfte selbst bei einer für die SPD weniger guten Landtagswahl wenig auszurichten sein. Die Direktkandidaten der anderen Parteien müssen daher einerseits zwar einen recht aussichtslosen, gleichwohl zeitraubenden Wahlkampf für sich selbst machen. Und zugleich parteiintern versuchen, möglichst weit oben auf den Landeslisten unterzukommen, um womöglich so ins Mainzer Parlament zu rutschen. Auch das ist keine leichte Aufgabe.

Bis zur Landtagswahl im März 2016 ist es zwar noch einige Zeit hin, aber gerade in dieser Woche wirft sie in Trier extrem ihre Schatten voraus. Grüne und FDP haben schon ihre Direktkandidaten nominiert, nun folgen noch SPD (heute, 10 Uhr, im Bürgerhaus Euren) und CDU (Montagabend, 20 Uhr, Druckwerk Euren). Sich als Direktkandidat aufstellen zu lassen, ist dabei gerade in der Stadt Trier ein hartes Geschäft. Denn für die SPD tritt Malu Dreyer an. Gegen den Amtsbonus der Ministerpräsidentin dürfte selbst bei einer für die SPD weniger guten Landtagswahl wenig auszurichten sein. Die Direktkandidaten der anderen Parteien müssen daher einerseits zwar einen recht aussichtslosen, gleichwohl zeitraubenden Wahlkampf für sich selbst machen. Und zugleich parteiintern versuchen, möglichst weit oben auf den Landeslisten unterzukommen, um womöglich so ins Mainzer Parlament zu rutschen. Auch das ist keine leichte Aufgabe.

Damit spielt man Kopftheater

Wenn eine Ära zu Ende geht, dann drückt man das gerne mit Zahlen aus. So auch beim Trierer Theater-Intendanten Gerhard Weber. Mehr als 1,3 Millionen Zuschauer wurden im Theater gezählt, seit er 2004 ins Amt kam. 250 verschiedene Inszenierungen waren zu sehen, 100 Regisseure agierten mit dem Ensemble. Gerade beim Theater lässt sich so eine Schaffenszeit nicht nur in Zahlen erzählen, sondern vor allem in Bildern. Wer die Fotos von vergangenen Aufführungen sieht, von Schauspielern, Tänzern, Musikern oder Kulissen, der ist sofort wieder drin im Stück, der hat „Kopf-Theater“, der hat das Konzerterlebnis wieder im Ohr – egal ob es mit guten oder weniger guten Erinnerungen verbunden ist. Auf fast 200 Seiten können Theaterfreunde nun in Erinnerungen schwelgen. Chefdramaturg Peter Oppermann, ein enger Weggefährte Gerhard Webers, und der Intendant selbst haben ein Buch mit Erinnerungen zusammengestellt, das heute (13.30 Uhr neben dem Theater) vorgestellt wird.

Ein frommer Wunsch

Ein innenstadtnahes, größeres Haus, das nicht total baufällig ist: kaum unter 300000 Euro zu bekommen. Eine Eigentumswohnung in einer Größe, die einer jungen Familie Platz bietet: gibt es kaum und wenn, dann exorbitant teuer. Der Mietwohnungsmarkt: die Mieten hoch, die Wohnungen rar, vor allem im Herbst, wenn wieder Studenten auf den Markt drängen. Die Probleme des Trierer Wohnungsmarkts sind bekannt. Von daher ist die Veranstaltung, die heute und am Wochenende in Trier stattfindet, wohl am richtigen Ort angesiedelt: Erstmals veranstalten Bund, Länder und Kommunen gemeinsam einen Tag der Städtebauförderung mit dem Ziel, die Beteiligung der Bürger in der Stadtentwicklung zu verbessern. Dass es da auch in Trier manchmal Nachholbedarf gibt, hat sich ja mehr als einmal gezeigt. Heute (19 Uhr, Viehmarktthermen) gibt es zum Auftakt eine Veranstaltung des Architektur- und Städtebaubeirats, deren Titel den Wunsch sicher vieler Trierer zum Ausdruck bringt: „Wohnen – vielfältig und bezahlbar.“

Nach dem Wein die Arbeit

Drei Flaschen Riesling gab es am Montag von Oberbürgermeister Wolfram Leibe für den neuen Trierer Baudezernenten Andreas Ludwig als Willkommensgeschenk. Seit dem 1. Mai ist der CDU-Politiker im Amt – als Nachfolger von Simone Kaes-Torchiani. Zuletzt war Ludwig in Eisenach in gleicher Funktion tätig. Neben dem Wein dürfte der OB dem neuen Dezernenten aber auch einiges an Arbeit mitgegeben haben. Heute tagt zum ersten Mal der Dezernatsausschuss IV, in dem sich Ludwigs Arbeit spiegeln wird (17 Uhr, Raum Steipe im Rathaus). Auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils steht zwar – in guter Kaes-Torchiani-Tradition – so gut wie nichts. Im nicht-öffentlichen Teil tauchen aber der Flächennutzungsplan und das Projekt Soziale Stadt Trier-West auf – Dauerthemen also, bei denen sich gründliche Einarbeitung für Ludwig lohnen wird.

Der Einzelhandel stellt sich auf

Die Führungsspitze hat sich bei der außerordentlichen Wahl 2014 ein Jahr Bewährungszeit gegeben – und das nach eigener Einschätzung ganz gut gemeistert. Anders lässt es sich kaum deuten, dass der geschäftsführende Vorstand der Trierer City Initiative um den Vorsitzenden Gerd Guillaume (Geschäftsführer der beiden gleichnamigen Modehäuser) bei der heutigen Mitgliederversammlung (19 Uhr, IHK-Tagungszentrum) geschlossen zur Wiederwahl antritt. Neben Guillaume werden also auch die zweite Vorsitzende Sabine Clabbers (Galeria Kaufhof, Simeonstraße) und Schatzmeister Jürgen Poss (Poss Schuhhandel) voraussichtlich weiter für drei Jahre die Geschicke des wichtigen Trierer Einzelhändler- und Gastronomen-Verbundes bestimmen. Dass es keine Gegenkandidaten gibt, mag auch damit zusammenhängen, dass die Mitglieder wohl ganz zufrieden mit ihrer Führungsspitze sind. Und vielleicht auch damit, dass man sich um die arbeitsintensiven Nebenbei-Jobs als Unternehmer nicht unbedingt reißt.
Beim erweiterten Vorstand gibt es nicht nur eine Wahl, sondern auch eine Auswahl. Neben den bisherigen Beisitzern Eric Naunheim (Gastronom Louisiana), Georg Stephanus (Buchhandlung Stephanus) und Wolfgang Sturges (Trierischer Volksfreund) stellen sich auch Benno Skubsch (Trier Galerie) und Andreas Noll (anno Media) dem Mitgliedervotum.

Der TV gratuliert

Nein, sie hat nicht nur Freunde in der Stadt, und ja, sie mag politisch angreifbar sein. Aber sie hat in jedem Fall auch eine beachtliche Karriere hinter sich. Die Rede ist von Angelika Birk, der Grünen-Politikerin, die in Trier nicht nur Dezernentin für Soziales, Jugend, Bildung und Sport ist, sondern auch als Bürgermeisterin Stellvertreterin des OB. Die gebürtige Krefelderin hat Lehramt studiert, Deutsch und Philosophie unterrichtet, und sie gehörte Ende der 70er-Jahre zu den Gründungsmitgliedern eines Grünen-Kreisverbands in Heidelberg. Zu einer Zeit, als Grüne nicht etabliert waren wie heute, sondern als Sonderlinge und Ökopaxe galten. Angelika Birk zog es in die Politik. In Hamburg wurde sie 1982 in die Bürgerschaft gewählt, später war sie im Landtag von Schleswig-Holstein, und in der rot-grünen Koalition wurde sie unter Heide Simonis Ministerin für Frauen, Jugend, Wohnungs- und Städtebau. An ihren Führungsqualitäten gibt es viel Kritik in Trier, wohingegen selbst Kritiker unumwunden zugeben, dass Birk eine hohe Kompetenz in Sozial- und Jugendthemen hat. Man darf gespannt sein, wie ihre Arbeit unter dem neuen Oberbürgermeister Wolfram Leibe weitergehen wird. Heute allerdings hat sie allen Grund, sich darüber keine Gedanken zu machen, denn sie hat Grund zum Feiern: Angelika Birk wird 60. Der TV gratuliert!